Änderung der Umsatzsteuer bei Photovoltaikanlagen

18. Juni 2023

Zum 1. Januar 2023 wurde die Umsatzsteuer für die Lieferung und die Installation von Photovoltaikanlagen von 19% auf 0% abgesenkt. Immer wieder fragen uns die Kunden, wie lange diese Änderung gelten würde. Diese Gesetzesänderung hat keine zeitliche Befristung. Sie gilt so lange, bis der Gesetzgeber etwas anderes beschließt.

Nun wird es kurz kompliziert: Da nur die wesentlichen Komponenten einer Photovoltaikanlage dem Nullsteuersatz unterliegen, ist zwischen der Lieferung und der Installation ohne Lieferung durch den selben Betrieb zu unterscheiden.

Lieferung einer Photovoltaikanlage

Die Lieferung einer Photovoltaikanlage unterliegt grundsätzlich dem Nullsteuersatz, wenn die Lieferung direkt an den Betreiber der Anlage erfolgt. Dies gilt aber nur für die wesentlichen Komponenten wie zum Beispiel Solarmodule, Batteriespeicher, Unterkonstruktion, Dachhaken und Backup-Boxen. Schrauben, Kabelkanäle und Kabel sind keine wesentlichen Komponenten der Photovoltaikanlage und unterliegen somit dem Regelsteuersatz von 19%.

Lassen Sie sich die Photovoltaikanlage jedoch von dem Unternehmen, bei dem Sie das Material bestellt haben, auch installieren, sind die Installation sowie sonstige Leistungen Nebenleistungen zur Lieferung und unterliegen ebenfalls dem Nullsteuersatz. Somit fallen auch für Schrauben und Kabel, für den Umbau des Zählerschrankes sowie für die Anmeldung der Photovoltaikanlage beim zuständigen Netzversorger und die Registrierung im Marktstammdatenregister keine Steuern an.

Nur im Fall dieser „Paketlösung“ gilt der Nullsteuersatz für die komplette Photovoltaikanlage. Außerdem muss sich die Photovoltaikanlage auf oder in der Nähe von Privatwohnungen, Wohnungen oder öffentlichen und anderen Gebäuden, die für dem Gemeinwohl dienende Tätigkeiten genutzt werden, befinden.

Installation einer Photovoltaikanlage

Haben Sie die Komponenten der Photovoltaikanlage nicht bei dem installierenden Betrieb gekauft, unterliegen nur die photovoltaikanlagenspezifischen Arbeiten dem Nullsteuersatz. Dazu gehört die Montage der wesentlichen Komponenten wie Solarmodule, Wechselrichter und Batteriespeicher. Sollten im Rahmen der Installation der Photovoltaikanlage Arbeiten an dem Zählerschrank notwendig sein oder der Kabelweg noch hergestellt werden müssen, unterliegen diese Arbeiten dem Regelsteuersatz von 19%. Diese Arbeiten stellen mangels der Hauptleistung Lieferung keine Nebenleistung dar.

Reparaturen und Wartung

Reparaturen ohne die Lieferung von Ersatzteilen sowie die Wartung von Photovoltaikanlagen unterliegen dem Regelsteuersatz von 19%. Reparaturen mit der Lieferung von Ersatzteilen durch den die Reparatur ausführenden Betrieb unterliegen hingegen dem Nullsteuersatz.

Was ändert sich beim Finanzamt?

Trotz Einführung des Nullsteuersatzes sind Sie grundsätzlich zur Anzeige der Eröffnung eines gewerblichen Betriebs und zur Übermittlung eines Fragebogens zur steuerlichen Erfassung an das zuständige Finanzamt verpflichtet. Es wird jedoch nicht beanstandet, wenn Sie das nicht tun. Voraussetzung dafür ist, dass Sie kein anderes Gewerbe betreiben und die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG anwenden.

Bei Photovoltaikanlagen, die zum Nullsteuersatz erworben worden sind, braucht der privat verbrauchte Strom nicht versteuert zu werden. Auch bei der Einspeisung von Strom fällt keine Umsatzsteuer mehr an, wenn Sie sich für die Kleinunternehmerregelung entschieden haben.

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